Robert Bachmann

BIOGRAPHIE

Aufgewachsen und erzogen in jener deutsch-österreichischen Tradition, die das abendländische Musikleben seit dem 17. Jahrhundert geprägt hat, beschritt Robert Bachmann jenen klassischen, vorgezeichneten Ausbildungsweg, der nach wie vor eine unerlässliche Voraussetzung für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der alten wie mit der neuen Musik darstellt.

Robert Bachmann wurde in der Schweiz geboren. Sein ausgeprägtes musikalisches Talent zeigte sich schon früh. Bereits mit fünf Jahren erhielt er Klavier- und Musikunterricht beim Schweizer Volksliedforscher Alfred Leonz Gassmann, der ihn auch im Tonsatz unterwies. Seine musikalische Grundausbildung setzte er am Konservatorium Luzern fort.

Bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern 1961/62, wo Bachmann als Administrator des Dirigentenkursus wirkte, bescheinigte ihm Rafael Kubelik eine "ausdrückliche Begabung zur Orchesterführung".

1965 verdiente sich Robert Bachmann erste internationale Anerkennung, als er sich beim "Concours des jeunes chefs d'orchestre" in Besançon präsentierte. Im gleichen Jahr debütierte er am "Festival international des jeunes artistes" in Leysin mit der Sinfonie Nr. 8 von Ludwig van Beethoven. 1966 verpflichtete ihn der Gelsenkirchener Generalmusikdirektor Ljubomir Romansky als Assistent an das "Musiktheater im Revier". 1967 beendete Robert Bachmann sein Musikstudium als Meisterschüler von Herbert Ahlendorf am Städtischen Konservatorium von Berlin (Hochschule für Musik), das unter dem Namen "Stern'sches Konservatorium" Weltruhm erlangt hatte.

Sein Londoner Debüt gab Bachmann im Jahre 1980. Seither hat er immer wieder mit Orchestern vom Format eines Philharmonia oder London Philharmonic zusammengearbeitet. Mit dem Royal Philharmonic Orchestra, das er 1989 erstmals leitete, entwickelte er in London eine rege Aufnahme- und Konzerttätigkeit, in deren Mittelpunkt das Schaffen von Johannes Brahms und Anton Bruckner stand. Zur Feier der neuen Republik Kroatien dirigierte er 1992 in Zagreb das Friedenskonzert der Zagreber Philharmoniker. 1993 wurde Robert Bachmann Künstlerischer Direktor des Pfingstfestivals Budapest, wo er sowohl die Budapester Symphoniker als auch die Budapester Philharmoniker dirigierte. Internationale Aufmerksamkeit erregten die Video- und CD-Produktionen mit den Budapester Philharmonikern, den Budapester Symphonikern, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia und dem London Philharmonic.

Im Jahre 1999 ernannte das Russische Nationalorchester den Dirigenten und Komponisten Robert Bachmann zu seinem Associate Conductor. Während mehrerer Jahre führte er mit diesem russischen Orchester von Weltrang in Moskau das symphonische Werk von Anton Bruckner auf.

Robert Bachmann gehört zu jener Künstler-Spezies, für die schöpferische und nachschöpferische Tätigkeit eine Einheit bilden und einander bedingen. So ist der Komponist zugleich Dirigent - und der Dirigent Komponist, der aus der Beherrschung des Repertoires neue Horizonte multidimensionaler Klangstrukturen erschafft, indessen er die klassischen Partituren mit den Augen des Entdeckers sieht und erforscht.

Mit seinem transmedialen Werk ULURU hat Robert Bachmann neue Wege der multimedialen Komposition beschritten. Dieses komplexe und umfangreiche Werk liegt inzwischen als "Work in Progress" in mehreren Aufnahmen vor - unter anderem in Einspielungen mit dem London Philharmonic und den London Voices sowie mit den Budapester Symphonikern. In Zusammenarbeit mit UNESCO wurde 1999 in London eine Konzertfassung des Werkes mit dem Royal Philharmonic Orchestra aufgeführt. Ausserdem ist das Werk nebst einer Fülle weiterer Details als fraktale Internet-Oper unter www.uluru.org im Internet vorgestellt worden.

In ULURU kommen auch Interferenzen mit bekannten Werken großer Meister vor. Eingehüllt in einen Kokon aus Weltenklängen bricht beispielsweise ein Auszug aus der "Eroica" von Beethoven hervor. Das faszinierende Konzept von "Klängen im Klang" gewährt dem Zuhörer von ULURU Zutritt zu einer neuen Betrachtungsebene von Meisterwerken wie der "Eroica". Die Klang gewordene Distanz ermöglicht es ihm, wieder zu den ursprünglichen Absichten der Komponisten Zugang zu gewinnen. Eben dies ist auch das zentrale Anliegen der von Robert Bachmann auf DVD vorgelegten Aufführung und Dokumentation der "Sinfonia Eroica" von Ludwig van Beethoven in Klang, Wort und Bild.

Bachmanns Interesse beschränkt sich nicht auf den "inneren Bezirk" der Musik, sondern geht weit über die Grenzen der Tonkunst hinaus. Vor allem faszinieren ihn die Ausdrucksmöglichkeiten multikultureller, interdisziplinärer Projekte und die Vereinigung verschiedenster Elemente und Einflüsse. Sein Interesse gilt insbesondere der Musik der Eingeborenen; musikethnologische Felduntersuchungen führten ihn unter anderem ins Innere von Afrika, Nord- und Südamerika sowie nach Asien, Australien, Polynesien und in die Hohe Arktis. Überall hielt er einzigartige Klangbeispiele fest. Die ganz besonderen Eindrücke seiner Nordpol-Expedition sublimierte er in "Rotation 90°N" für tiefe Streicher.

Robert Bachmann ist auch als Berater verschiedener Musikfestivals und anderer kultureller Institutionen tätig. Das World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum WEF) in Genf verlieh ihm die Ehrentitel eines "Forum Fellow" und eines "Cultural Leader". In dieser Eigenschaft leitete er im Jahre 2000 das Russische Nationalorchester beim Jubiläums-Wohltätigkeitskonzert des WEF in Davos.

Robert Bachmann ist Professor für das Fachgebiet Musik an der Theologischen Hochschule Esztergom. Mit Veröffentlichungen über herausragende Künstlerpersönlichkeiten und ähnliche Sujets hat sich Robert Bachmann auch als Musikwissenschaftler und Musikschriftsteller einen Namen gemacht.

Papst Benedikt XVI. ernannte Robert Bachmann im Jahre 2006 zum Ritter. Der Heilige Vater verlieh ihm die hohe päpstliche Würde eines "Komturs des Ordens des Heiligen Gregorius des Grossen" mit dem Titel eines "Commendatore" für seinen "grossen Beitrag zur Verbesserung der Harmonie und Beziehungen zwischen den Nationen und Völkern" und seinen wirksamen Beitrag "zur Förderung des interkulturellen Verständnisses".